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Elektra - eine Rezension

 

Mutig wagt sich ein Kurs der 11. Klasse des Friedrich-Ebert-Gymnasiums unter Aufsicht von Frau Träger an das griechische Mythos „Elektra“.

Eine Familientragödie, wie sie schlimmer nicht sein kann. Elektra lebt voller Hass aufgrund des Mordes der Mutter am Vater mit ihr, dem neuen Mann und ihrer Schwester Thea zusammen in Mykene. Die Mutter, Esther, wünscht sich sehnlichst ein sorgenfreies Leben und versucht, den Mord an ihrem Mann mit dessen Opferung der 3. Tochter zu rechtfertigen. Als wäre dies nicht genug, kehrt urplötzlich der tot geglaubte Bruder Elektras zurück und rächt sich gemeinsam mit ihr an Esther und deren neuem Mann. Vier Tote, ein Totgeglaubter, eine Trauernde...

Gefühlsschwankungen innerhalb kürzester Zeit vom Tieftraurigen zum Euphorischen und umgekehrt. Oft verstärkt durch den Chor, der gerade in solch dunklen Szenen mit eindringlichem Geflüster, untermalt durch ruhige, mystische Musik und blaues, kaltes Licht, zum Publikum spricht.

Als Kontrast dazu dienen die vielen Gespräche, die sich nur zwischen zwei, drei Charakteren abspielen. Insgesamt viel Text, viele Monologe. Angenehm hierbei fällt die Spaltung des Charakters der „Elektra“ in die Traurige und die Böse auf, dargestellt durch ein weißes Kleid mit schwarzem Gürtel, ein Schwarzes mit Weißem. Unterschwellig und doch klar wird dadurch die Zerrissenheit der Person. Lange Monologe werden durch die Spaltung auf zwei Personen aufgeteilt, den Szenen wird mehr Platz zum Spielen und Reagieren eingeräumt.

Schlicht und gerade deshalb sehr passend dazu das Bühnenbild. Nur durch einen Brunnen und ein paar Pflanzen wird der Schauplatz, der Schlossplatz, eingerahmt. Nicht ein Mal, egal ob beim Fest, bei dem einfach der Vorhang zugezogen wird und mit Schattenspielen gearbeitet wird, oder bei der Aufbahrung Esthers in der letzten Szene, wird das Bühnenbild verändert. Einzig und allein einzelne Requisiten werden dazu genommen, um das jeweilige Szenenbild zu ergänzen.

Ein Stück, was tragischer nicht sein kann und durch diese Inszenierung doch Spaß macht, anzuschauen.

Klara Klette

 

 

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