Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge
This is SunRain Plone Theme

Gründung der Schule und Planung des Baus

Geschichte der Feo von 1906 bis 1945

In der 1906 veröffentlichten Bekanntmachung der Sitzung vom 2.Nov. 1905 heißt es: „Vorbehaltlich der Genehmigung der Aufsichtsbehörden beabsichtigen wir, zu Ostern 1906 die Sexta einer neuen Realschule (Realschule II) zu eröffnen. Die Klasse wird vorläufig in dem Gebäude des Reform-Realgymnasiums Berliner Straße 136 untergebracht und unter Leitung des Herrn Direktors dieser Anstalt unterstellt.“ Die Realschule II hat im August 1906 eine Klasse mit 41 Knaben.

„Bereits 1907 besaß Wilmersdorf sechs höhere Schulen, fünf Volksschulen und eine gewerbliche Fortbildungsschule. Aber einige Schulen hatten noch keine eigenen Gebäude, die Klassen waren entweder in anderen Schulen oder in angemieteten Räumen untergebracht.“

 

Grundsteinlegung

„In Gegenwart der Herren Oberbürgermeister Habermann, Stadtbaurat Herrnring, Stadtrat Hebebrand, Stadtrat Müller, Direktor Prof. D. Leichsenring, Geheimer Oberregierungsrat Dr. Beckmann (als Patronatsvertreter und Mitglied der Deputation für höhere Schulen) sowie der Herren Stadtbauinspektor Nitze und Regierungsbaumeister Arnold wurde am Mittwoch, den 28. Juni des Jahres 1911. auf dem ehemals Meyer’schen Grundstück an der Strelitzschen Straße der Grundstein zu dem darauf zu errichtenden Neubau der Oberrealschule gelegt.“( S. 65 Grundsteinlegung 28.Juni 1911 *1)

„Erst 1917 erhielt die neue Schule endlich ihren Namen „Oberrealschule an Seepark“, der bereits ein Jahr später abgeändert wurde in „Oberrealschule am Hindenburgpark“, und die meistens gebrauchte Abkürzung lautete Hindenburgschule.“

 

Nach 1918

Nach dem ersten Weltkrieg Anfang der 20er Jahre hatte„Wilmersdorf (hatte) –gemessen an der Einwohnerzahl- die meisten höheren Lehranstalten von allen Bezirken Groß Berlins. Für Knaben bestanden drei humanistische Gymnasien: das Bismarck-, Joachim-Friedrich- und Fichtegymnasium. Für höhere Bildung standen außerdem das Grunewaldgymnasium als Reformgymnasium und zwei Realgymnasien – das Joachim-Friedrich- und das Heinrich–von–Kleist-Gymnasium, sowie die Goetheschule als Reformrealgymnasium mit Oberrealschule zur Verfügung. Als regelrechte Realschulen gab es die Oberrealschule Hindenburgpark; der Treitschkeschule war eine Realschule angeschlossen. Für Mädchen gab es zwei Lyzeen mit Studienanstalten realgymnasialer Richtung, die Cecilienschule und das Bismarcklyzeum sowie als Oberlyzeum der oberrealen Richtung die Viktoria-Luise-Schule und schließlich das Hohenzollern-, Freiherr-vom-Stein- und Goethelyzeum.“ Die Vielzahl sich unterscheidender Oberschulen spiegelt die im Umbruch befindlichen Bildungsvorstellungen wider. Bei aller Verschiedenheit wird der Trend zum Realgymnasium sichtbar.

Am 17.Januar 1930 wird berichtet: „Ein neues Reformrealgymnasium im alten Ortsteil Wilmersdorf beabsichtigt die Oberrealschule am Hindenburgpark sich anzugliedern. Der gemeinsame Unterbau wird mit Englisch in Sexta beginnen, in Untertertia tritt wie bisher Französisch hinzu. Die Gabelung beginnt in der Untersekunda, in der das Reformrealgymnasium mit Latein einsetzt, während die Oberrealschule ihren Weg wie bisher weitergeht.“ (1930 S 213 *4)

„Als Auftakt zu dem 25jährigen Jubiläum der Wilmersdorfer Hindenburg-Oberrealschule am Hindenburgpark, das am Mittwoch nächster Woche feierlich begangen werden wird, hatten gestern der Verein ehemaliger Schüler der Hindenburg-Oberrealschule und der Direktor der Anstalt, Professor D. Jacobsthal, zu einem Festkommers im großen Saal des Viktoria-Gartens eingeladen. Zunächst begrüßte der erste Vorsitzende des Vereins Genth die zahlreich erschienenen Freunde der Anstalt, Lehrer und Vertreter der Elternbeirates sowie Vertreter des Bezirksamtes Wilmersdorfs und der Presse.“

 

1931: Hindenburg-Oberrealschule

 

Ab 1935 werden die Schulen durch die Rassenreinhaltungsgesetze „judenfrei“ gemacht. Die jüdischen Schüler dürfen nur in gesonderten jüdischen Schulen Unterricht erhalten. „Reichsminister Rust hatte im September 1935 Erhebungen über die Rassenzugehörigkeit der Schüler angeordnet, um daran die Forderung nach getrennten jüdischen Schulen anzuschließen. Am 15.November 1938 wurden alle jüdischen Schüler von den Schulen entfernt.“

Ab dem 8.August 1943 gibt es keinen Schulunterricht mehr in Berlin. Die Kinder werden zusammen mit den Lehrern zum Schulunterricht aufs Land geschickt und leben dort ohne ihre Eltern. (Kinderlandsverschickung) bis zum Ende des zweiten Weltkrieges.

 Quellen

  • Wilmersdorfer Blätter 1898 bis 1913

  • Wilmersdorf, H-U Kamke, S. Stöckels; Colloquim Verlag Berlin 1989, Schriftenreihe Geschichte der Berliner Verwaltungsbezirke, Band 11, Hrsg. W.Ribbe

  • Wilmersdorf ein Stadtteilbuch, Kunstamt Wilmersdorf 1981

  • Berlin Wilmersdorf, die Jahre 1920-1945, Wilhelm Möller Verlag,1985

  • Festschrift 60 Jahre FEO

 

bearbeitet von Jasmin Benndorf und Rhea Wisliceny, 2007
Artikelaktionen