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Erziehung zur Demokratie - am Beispiel deutsche Teilungsgeschichte

Erziehung zur Demokratie - am Beispiel deutsche Teilungsgeschichte Der 3. Oktober – nur ein freier Tag?

 

Für die Klasse 10d der Gemeinschaftsschule Kiel-Hassee ist diese Frage mit „nein“ zu beantworten. Im Fach Alltagswissen beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler zurzeit mit den „dunklen Seiten der DDR“. Dazu haben sie sich verschiedene Themen gewählt, u.a. der Jugendwerkhof Torgau, das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), das Frauengefängnis Hoheneck und politisch motivierter Kindesentzug. Im Rahmen dieser Thematik sind Luca Janicki und Jaquiline Osei mit ihrer Lehrerin nach Berlin gefahren, um ein Zeitzeugeninterview durchzuführen.

Gerdi und Bernd Sobe aus Dresden wurden 1980 von der Stasi verhaftet, weil sie einen Ausreiseantrag in den Westen gestellt hatten. Viele Monate lang wussten sie nicht, wo ihre 10jährige Tochter Doreen abgeblieben ist. Doreen Sobe war später Schülerin des Ebert-Gymnasiums, weswegen die Kieler Schülerinnen das Interview gemeinsam mit Luise Bielstein und Malwine Brückner, die heute dort in der Klassenstufe 12 sind, durchführten. Nachdem die Sobes durch die Bundesrepublik freigekauft wurden, siedelten sie sich in West-Berlin an, auf ihre Tochter Doreen mussten sie aber noch ein Dreivierteljahr warten. Sie wurde als „Pfand“ zurückbehalten, damit die Stasi sicher sein konnte, dass das Ehepaar Sobe die abgepresste Zusage einhielt, nichts von den Geschehnissen ihrer Haftsituation preiszugeben.

Doreen, eine künstlerisch begabte junge Studentin, starb mit 22 Jahren an einem äußerst aggressiven Magenkrebs, wozu ein behandelnder Arzt gesagt haben soll, dass es so einen Krebs bei einem so jungen Menschen nicht geben könne. Es sei denn, er hätte eine zeitlang auf einem stark strahlenden Reaktor gesessen.

Das Interview war – naheliegenderweise - von höchster Emotionalität geprägt. Aber es vermittelte auch Einblick in das Menschenbild, das die SED von den ihr ausgelieferten Menschen hatte. Wer sich dem Leibeigenschaftsanspruch dieser Partei entziehen wollte, etwa durch einen Ausreiseantrag, wurde meist als Feind behandelt. Der bei den Herrschern des Staates gebräuchliche Begriff „Rechtswidriges Übersiedlungsersuchen“ (RWÜSE) sagt ein Übriges.

Die Aktivitäten der Kieler Schüler sollten Modell und Anregung für das Ebert-Gymnasium sein. Das Interesse der Wilmersdorfer Schüler ist potentiell nicht geringer als das der Nordlichter, es muss nur geweckt werden. Die Bildungsbehörden rufen dazu auf. Wir möchten aus unserer positiven Erfahrung heraus dazu ermuntern, Schülern deutsche Teilungsgeschichte nahezubringen. Erziehung zur Demokratie - diese Bildungsinhalte gehören dazu. Und außerdem war es interessant zu sehen, wie sich die Schülerinnen sofort sowohl untereinander als auch mit den Sobes verstanden. Eine interessante Aufgabe lässt eben die Fremdheit vergessen.

Es handelte sich um ein Gemeinschaftsprojekt der beiden Schulen und des Stasimuseums Berlin.

Iris und Bernd Lippmann

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